OsteoSwiss, die Schweizer Patientenorganisation

Osteoporose geht uns alle an!

Diagnose

Osteoporose ist schwer zu erkennen.

Da sich die Osteoporose lange Zeit ohne Beschwerden entwickelt, entdeckt man sie leider oft erst, wenn sie schon weit fortgeschritten ist. Meist gibt es allerdings Anzeichen für die versteckte Krankheit. Nur werden diese oft falsch interpretiert oder nicht wirklich ernst genommen.


 

Typisches Anzeichen

Wirbelbrüche können starke Rückenschmerzen verursachen.

Starke, quälende Rückenschmerzen können erste Folgen von versteckten, durch Osteoporose bedingte Wirbelfrakturen sein. Auch Muskelverspannungen oder blitzartige Schmerzattacken in der Wirbelsäule können auf Knochenschwund hinweisen.


 Symptomlos?

Keine Symptome zu haben, heisst nicht, dass der Knochen gesund ist!

Auch der häufig schmerzlose Verlust an Körpergrösse ist ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche Osteoporose.
Bei älteren Personen, vielfach sind Frauen davon betroffen, ist es oft der so genannte «Witwenbuckel» - eine übermässige Krümmung der Brustwirbelsäule - der auf eine mögliche Osteoporose hinweist. Achten Sie deshalb auf Ihre Körpergrösse, vor allem im zunehmenden Alter.

Der Verlust von mehr als drei Zentimetern Ihrer ursprünglichen Grösse kann auf eine vorliegende Osteoporose hinweisen.


 Merkmale

 

Auf eine Osteoporose hinweisen kann auch das Entstehen von Hautfalten am Rücken, in der Fachsprache «Tannenbaum-Phänomen» genannt.

Auch eine zunehmende Vorwölbung des Bauchs ohne Gewichtszunahme kann ein Alarmzeichen sein.


 

 Alterungsprozesse

 Mit zunehmendem Alter ist ein Verlust der Knochenmasse (etwa ein bis zwei Prozent pro Jahr) durchaus normal. Gefährlich wird es erst, wenn dieser Verlust überschritten wird. Und dabei ist es leider wirklich so: In den meisten Fällen macht erst die Fraktur eines Rückenwirbels oder eines Schenkelhalses auf die Osteoporose aufmerksam. Denn der Knochenverlust entwickelt sich meist so schleichend, dass die Betroffenen davon lange Zeit nichts wahrnehmen - bis es zu spät ist. Die Osteoporose wird aus diesem Grund auch oft als «lautloser Dieb» bezeichnet.


 

 Verdächtig

Eine erhöhte Anfälligkeit für Knochenbrüche ist charakteristisch für die Osteoporose. Kommt es ohne erkennbare Ursachen und ohne gravierende äussere Einflüsse zu Frakturen, spricht man von so genannten Spontanfrakturen. Diese deuten klar auf eine Osteoporose hin.


 

 Osteoporosebrüche

 Zu den häufigsten Folgen der Osteoporose gehören Frakturen der Wirbelkörper. Sie können schon vom 45. Lebensjahr an ohne äussere Einflüsse auftreten und kommen im Alter vermehrt vor.
Oft reicht es schon, eine schwere Einkaufstasche zu heben, stark zu husten oder eine Treppenstufe zu verfehlen, um einen oder mehrere Wirbelkörper zum Zusammenbrechen zu bringen.
Solche Wirbelbrüche werden allerdings oft nicht als solche erkannt, weil die Betroffenen sie als «Hexenschuss» oder «Altersbeschwerden» interpretieren.


 

 Schenkelhalsbruch

Der Bruch des Schenkelhalses, «der Hüfte», ist eine der schwerwiegendsten Folgen der Osteoporose.

Für die Betroffenen bedeutet diese Art der Fraktur meist die Einweisung ins Spital mit anschliessender Operation.

Die Konsequenzen, die ein derartiger Bruch nach sich zieht, können gravierend sein:
Viele ältere Menschen sind danach bleibend behindert und rund ein Drittel der Frauen und Männer, die einen Schenkelhalsbruch erleiden, können nach dem Klinikaufenthalt nicht mehr in die eigenen vier Wände zurückkehren und sind auf Plätze in medizinisch betreuten Pflegeheimen angewiesen.


 

 Armbrüche

 

Frakturen des Vorderarms oder des Oberarms direkt unter dem Schultergelenk sind weitere häufige Folgen des Knochenschwunds.
Oft sind diese Brüche Folge eines einfachen Ausrutschens aus dem Stand.
Auch hier können die Folgen einschneidend sein:
Es kann Monate bis Jahre dauern, bis der betroffene Arm wieder funktionstüchtig ist.


 

 Medizinische Diagnose

 Da Osteoporose wirklich nicht leicht zu erkennen ist, ist es umso wichtiger sich zu informieren und sich frühzeitig einem Spezialisten oder einer Spezialistin anzuvertrauen. So besteht die Chance, negative Folgen der Osteoporose wirksam zu minimieren. Erst eine gezielte Befragung und Untersuchung, die bei einem gesicherten Verdacht durch eine Messung der Knochendichte (DEXA) ergänzt wird, erlauben eine Osteoporose mit Sicherheit auszuschliessen oder nachzuweisen.


 

Röntgenbild

Ein herkömmliches Röntgenbild kann eine Osteoporose zeigen.
Damit kann allerdings nur eine weit fortgeschrittene Osteoporose entdeckt werden.
Lange Zeit war es deshalb nicht möglich, die Osteoporose schon vor dem ersten Knochenbruch festzustellen.


 

Knochendichtemessung

Dank der Knochendichtemessung (Knochendensitometrie) ist es heute möglich, eine frühzeitige Osteoporose-Diagnose zu stellen. So können beizeiten die ersten, nötigen Schritte unternommen werden. Die Krankheit lässt sich also behandeln, bevor es zur ersten Fraktur kommt.

Methoden

Heute sind drei Methoden der Knochendichtemessung üblich:

  • Periphere, quantitative Computer-Tomografie
  • Doppel-Energie-Röntgenabsorptiometrie (DEXA)
  • Ultraschall-Untersuchung

Untersuchungen

Ist die Diagnose einer Osteoporose sicher, dann kann diese zusätzlich durch Labortests in Blut und Urin erhärtet werden.
Die Laboruntersuchungen liefern ausserdem weitere wichtige Angaben zu möglichen Ursachen und zum Knochenstoffwechsel, wodurch oft auch eine gezieltere Behandlung ermöglicht wird.
Mit der gesicherten Diagnose über den Schweregrad einer Osteoporose kann auch die Prophylaxe optimiert werden.

 

©2016 OsteoSwiss - mediamatrix.ch